Gartenfach
Arbeiten im Mai


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Gemüse

Jetzt gibt es im Gemüsegarten wieder viel Arbeit. Eine besonders gute Boden­vorbereitung ist Voraussetzung für reiche Ernte. Kompost sollte, so vorhanden, bis zu 5cm auf die fertigen Beete aufgebracht werden. Für Blatt- und Wurzelgemüse Reifekompost, für robustere Pflanzen wie Kohl- und Fruchtgemüse kann auch Roh­kompost verwendet werden.

Achten Sie besonders auf die Fruchtfolge, denn wenn auf die gleiche Stelle wiederholt dieselben Pflanzen kommen, ist eine Missernte vorprogrammiert. Nach den „Eismännern“ kommen die Sonnenkinder endlich ohne Sorgen ins Freie. Toma­ten, frisch aus dem eigenen Garten schmecken am besten. Doch welche Sorten soll­te man pflanzen? Wer diese noch nicht selbst vorgezogen hat, wird wahrscheinlich nicht viel Auswahl haben. Doch sollte man mindestens Fleischtomaten, besonders für Salate, und Cocktailtomaten zum Naschen pflanzen.

Im Frühbeet haben die meisten bereits Gurken gepflanzt, die bis zu den Keim­blättern in die Erde kommen. Pro Fenster genügt eine Pflanze. Schlechtes Wachs­tum und gelbe Blätter sind nicht immer die Folge von Kälte. Obwohl Gurken einen hohen Wasserbedarf haben, sollte man sie in den ersten Wochen nicht zu feucht hal­ten. Sie sind oft ein Zeichen für vernässten Unterboden. Gurken sind Starkzehrer und für eine Düngung, besonders während der Blüte und Fruchtausbildung, dankbar. Wenn man bei den Gurken nach dem fünften Blatt die Spitze abzwickt, verzweigt sich diese und kann mehr Früchte bringen. Die Ernte der ersten Gurken verzögert sich dadurch ein wenig.

Im Freiland werden Gurken erst nach den Eismännern ausgepflanzt. Vorgezo­genen Pflanzen werden abgehärtet. Die „Eismänner“ waren in den letzten Jahren schon vor dem Kalendertermin. Es ist jedoch ein Risiko, vorher zu setzen.

Tomaten werden im Abstand von 50x50cm gepflanzt. Auch Tomaten kommen sehr tief in den Boden und sollten etwas schief gepflanzt werden. Wer im Vorjahr Probleme mit der Kraut- und Braunfäule hatte, darf diese nicht mehr an dieselbe Stelle setzen. Bei uns kann man Tomaten gar nicht mehr frei im Garten haben, da so viele Pilze im Boden überwintern. Diese Pilze gelangen durch den Regen oder durch das Gießen mit den Wassertropfen auf die Blätter. Daher sollten sie unter einem Dach stehen und zum Schutz gemulcht werden. Viele verwenden Brennnesseln zum Mulchen. Die beiden unteren Blätter werden sofort nach dem Setzen entfernt.

Fleischtomaten werden eintriebig gezogen, Busch und Cocktailtomaten mehrtriebig. Ein fester Stab schützt die Pflanzen, an dem sie laufend aufgebunden werden, vor Bruch. Das Ausgeizen sollte laufend erfolgen, damit Nährstoffe nicht un­nötig vergeudet werden.

Paprika werden ebenfalls erst Mitte Mai im Abstand von 40x40cm ausge­pflanzt. Auch Paprika benötigen eine Stütze und werden weder entgeizt, noch ge­schnitten. Paprika in den Farben grün, gelb und rot sind für jeden Garten und auch für die Küche eine Bereicherung. Bei den Pfefferoni sollte man auch auf die Schärfe achten. Manche mögen es ganz scharf, andere wieder lieber nicht so scharf. Paprika sind nicht nur zur Jause besonders gut, sondern eignen sich auch gut zum Kochen für gefüllte Paprika. Paprika und Pfefferoni eignen sich auch gut für Letscho.

Auch für Zucchini und Kürbis ist nach Monatsmitte Pflanzzeit. Diese berei­chern jeden Speisezettel und können sehr schmackhaft zubereitet werden. Es gibt auch wunderschöne Zierkürbisse als Dekoration, die es ebenfalls wert wären, ge­pflanzt zu werden. Zierkürbisse gibt es in den verschiedensten Farben und Formen.

Mitte Monats sind schon Frühkulturen abgeerntet und die freien Flächen kön­nen für ‚Buschbohnen verwendet werden. Der Reihenabstand beträgt 40cm, Der Ab­stand in der Reihe beträgt 5 bis 7cm, bei Horstsaat 4 bis 6 Korn alle 30 bis 40cm. Bohnen keimen schneller, wenn diese über Nacht in Wasser gelegt werden. Günstig ist es, die Buschbohnen in Kaffee oder Joghurtbecher vorzuziehen. Samen können schon eine Woche vor den Eismännern in den Boden kommen. Bei Stangenbohnen sollte man vorher die Stangen setzen. Sie sollten so verbunden werden, damit sie kein Wind umlegen kann. Pro Stange 4 bis 6 Korn. Feuerbohnen bringen wunderba­re Salatbohnen für den Winter und blühen wunderschön rot. Sie eignen sich beson­ders zum Verdecken nicht so schöner Stellen wie z.B. vor Kompostern oder auch über Lauben wirken sie sehr gut.

Knollen, Stangen- und Blattsellerie gehört nun auch ins Freiland gesetzt. Knol­lensellerie gehört sehr seicht gepflanzt, da man ansonsten keine großen Knollen er­reicht.

Salat und Radieschen sollten alle 14 Tage bei abnehmendem Mond gesät werden. Auch Rettich ist sehr gesund und für die Jause sehr gut. Beim Salat sollte man immer Pflücksalat und auch Salat in bunten Farben wie Eichblatt- oder Lollo Rossa Sorten haben. Gerade beim Pflücksalat kann man laufend Blätter ernten und bunter Salat am Teller wirkt besonders.

Weiteres sollten alle Krautsorten für die Ernte im Sommer auf freie Flächen kommen. Besonders wertvoll wäre Brokkoli, der bis in den August gepflanzt werden kann. Brokkoli bringt reichere Ernte als Karfiol. Karfiol gibt es auch in den Farben weiß, blau und gelb. Eine Besonderheit ist wegen seiner Farbe und der spitzen Form Romanesco, der besonders bewundert wird. Beim Kohlrabi gibt es Sorten, die ein Gewicht von weit über 3kg erreichen und trotzdem ganz zart und butterweich sind. Auch Sprossenkohl kann Ende Mai für den Herbst gepflanzt werden.

Für Anbau und Pflanzung von Kräutern ist Mai die günstigste Zeit. Anfang des Monats sollten winterharte Kräuterpflanzungen im Garten durchgesehen werden. Von Kräutern, die von unten durchtreiben, wie Melisse oder Oregano, alles Dürre entfernen. Kräuter wie Lavendel, Salbei, Ysop, Weinraute und Bohnenkraut schnei­det man nicht zu tief zurück. Alle Minzen sind schattenverträglich. Auch einjährige Kräuter wie Dill, Kerbel, Basilikum, Bohnenkraut und Boretsch können angebaut wer­den. Die kleinen blauen Blüten vom Boretsch wirken am Salat.

Gewürze sind für die Küche unentbehrlich. Majoran braucht einen warmen und sonnigen Standort, damit er gut gedeihen kann. Die Pflänzchen sollten im Ab­stand von 15cm voneinander gesetzt werden. Frische Triebspitzen kann man auch mit den Knospen ernten. Zum Trocknen schneidet man ihn, bevor sich die kugeligen Knospen öffnen. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag haben die Pflanzen das meiste Aroma. Wenn man die Pflanzen nicht zu tief abschneidet, wachsen sie wieder nach. Das Kraut wird getrocknet und behält seine Würzkraft. Getrockneter Majoran wird in gut verschließbaren Gläsern oder Dosen aufbewahrt. Majoran besitzt Ätherische Öle, fette Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Dieses Gewürz wird zu Faschierten, Kartoffelgerichten, Tomatengerichten, für Eintopf, Gänsebraten, Saucen, Salaten, Fisch- und Pilzgerichten verwendet.


Gemüseart
Temperatur
Keimung/Anzucht
Saat im Freiland
möglich ab
Bemerkung 
 Brokkoli 15 - 20
10 - 12
 April  Keine überständigen Pflanzen verwenden!
 Chinakohl 18 - 22
12 - 18
 Ende Juni  Schoßrisiko bei Frühanbau
 Endiviensalat 20 - 22
14 - 20
 schwierig  Hitze und Kälte führen zum Schossen
 Gurken 23 - 26
18 - 22
 nein  Sehr wärmebedürftig
 Karfiol 15 - 20
10 - 12
 April  Keine überständigen Pflanzen verwenden!
 Knollenfenchel
20 - 22
14 - 20
 schwierig  Keine überständigen Pflanzen verwenden!
 Kohlrabi
18 - 20
10 - 14
 April  Kälte führt zum Schossen
 Kopfkohl 15 - 20
10 - 12
 April  Besonders gut für Freilandsaat geeignet
 Paprika
23 - 26
18 - 22
 nein  Nicht zuviel gießen, warm halten
 Petersilie 18 - 20
13 - 18
 April  Nicht zu dicht säen, schosst nach Kälte
 Porree 18 - 20
10 - 16
 April  Für Frühanbau geeignete Sorten wählen
 Radicchio
26 - 28
16 - 20
 Juni, schwierig  Erst ab Juni säen, schossgefährdet
 Sprossenkohl
15 - 20
10 - 12
 April  Besonders gut für Freilandsaat geeignet
 Salat 12 - 15
 8 - 12
 schwierig  Über 18°C Keimhemmung
 Schnittlauch
15 - 20
12 - 15
 Mai  Saaten vor April schossen im 1.Jahr
 Sellerie
18 - 20
16 - 20
 nein  Pflanzung nicht vor Mai, schosst leicht
 Tomaten 23 - 26
16 - 22
 nein  Vertragen auch kühlere Temperaturen
 Zucchini 23 - 26
18 - 22
 nein  Kleine Pflanzen wachsen besser an



Obstgarten


Wer im Vorjahr Probleme mit Frostspannerraupen hatte, sollte Obstbäume auf mögliche Schäden kontrollieren um stärkere Fraßschäden zu vermeiden. Im Frühjahr, schon während des Austriebes, sind an den Knospen sehr gefräßige Raupen zu sehen. Sie sind leicht zu erkennen, weil sie bei ihrer Fortbewegung einen Katzenbuckel machen. Ist starkes Auftreten zu erkennen, müsste mit De­cis nach Angaben des Heerstellers gespritzt werden.

Blattläuse können bei Apfelbäumen schon vor der Blüte auftreten. Damit che­mische Spritzungen während der Blüte nicht notwendig sind, können biologische Mit­tel wie Neem Azal oder Kaliseife angewendet werden. Ist der Befall schon sehr groß, wäre mit einem Kontaktinsektizid nach Angaben des Herstellers zu spritzen.

Arg ist meist der Befall von Schorf. Wer im Herbst oder im zeitlichen Frühjahr das Falllaub nicht entfernt hat, ist besonders betroffen. Schorf ist die bedeutendste Krankheit beim Kernobst. Durch die Pilzinfektion entstehen 0.5mm große, braun- grüne Flecken, die schon während der Blüte auftreten können. Diese vergrößern sich und fließen oft zusammen, so dass sie einen großen Teil der Blattfläche bedecken. Früher Blattfall ist oft die Folge. An den Früchten entstehen graue Flecken, die sich vergrößern und verkorkte Risse bilden. Die Früchte werden auch deformiert.

Besonders empfindlich sind die Sorten Golden Delicious, Gloster und McIntosh.

Bei starkem Auftritt ist mit einem zugelassenen Mittel nach Angaben des Her­stellers zu spritzen.

Der Apfelwickler überwintert in Rindenritzen und im Boden. Der Falter schlüpft Ende April und im Mai. Die Eiablage erfolgt im Mai bis Anfang Juni und die Larven schlüpfen nach ca. 14 Tagen. Durch Aufhängen von Pheromon- Fallen (Sexuallock­stoff) können die im Mai auftretenden Männchen des Schädlings in die Falle gelockt und durch den Leim gefangen werden. Dadurch wird die Zahl der befruchteten Weib­chen und folglich die Zahl der wurmigen Früchte wesentlich reduziert.

Ist die Zahl der gefangenen Männchen sehr hoch, kann eine chemische Be­handlung notwendig werden. 8 bis 14 Tage nach der Eiablage schlüpfen die ersten Räupchen. Sie kriechen auf der Frucht umher und fressen an der Apfelschale. Nach 3 bis 4 Tagen bohren sie sich in die Frucht hinein und sind dann für eine chemische Behandlung nicht mehr erreichbar. Daher ist der Zeitpunkt der Bekämpfung beson­ders wichtig. Als Spritzmittel für die chemische Behandlung kann man mit Dimilin, einen Entwicklungshemmer oder Rubitox flüssig, nach Angaben des Herstellers ver­wenden.

Bei den Erdbeeren ist während der Blüte eine kritische Zeit für Spätfröste. Wollen wir hoffen, dass es dies heuer nicht gibt. Unmittelbar nach der Blüte senken sich die Stängel durch das Gewicht der Frucht. Dies wäre der ideale Zeitpunkt um Stroh unterzulegen. Das Stroh hat den Zweck, die Früchte möglichst trocken zu hal­ten und dadurch Fäulnis zu verhüten. Für einen Quadratmeter braucht man ca. 1kg Stroh, das geschnitten sein sollte. Holzwolle zu verwenden ist schlecht, da diese scharfkantig ist und auf den Beeren durch den Wind kleine Kratzer hinterlässt, wo­durch Pilzsporen viel besser eindringen können. Das führt zu verstärkter Fäulnis.

Bei den Reben kann man sehen, wie die Triebe schnell länger werden. Die Triebe sollten vorsichtig an die Unterstützung angebunden werden, damit sie nicht brechen. Hirntriebe (Austrieb aus dem alten Holz) können belassen werden, damit man im kommenden Jahr eine Verjüngung des Stockes erreichen kann. Zu dicht ste­hende Triebe werden ausgedünnt um eine lockere Laubwand zu erreichen.

Ziergarten


Die bunte Farbenpracht unserer Gärten ist im Mai schon fast auf den Höhe­punkt. Die Zweijahresblumen beginnen nun mit ihrer Blütenpracht.

Bei den einjährigen Blütenpflanzen gibt solche, die bereits im Boden sind oder jederzeit im Freiland gepflanzt werden können und solche, die sehr wärmeliebend sind und erst nach den „Eismännern“ gepflanzt werden können. Es gibt so viele ein­jährige Stauden in allen Farben, so dass alle nach Wunsch gestalten können.

In den Gärtnereien werden fast alle Sommerblumen bereits blühend mit klei­nen Topfballen angeboten. Es hat sich in den letzten Jahren in dieser Hinsicht so viel zu Gunsten der Hobbygärtner verändert. Doch viele Hobbygärtner haben ihre Som­merblumen selbst herangezogen und vielleicht die eine oder andere Neuheit ver­sucht und gibt damit seinen Garten eine eigene Note. Staudenbeete sind laufend vom Unkraut zu befreien und bei Trockenheit gut mit Wasser zu versorgen. Nur so wird man reiche Blüte und damit entsprechende Freude haben.

Zu den auffälligsten Stauden zählen wohl die Pfingstrosen, die es von weiß über rosa bis hin zu den Rottönen gibt. Auch das Tränende Herz bringt nun seine herzförmigen, rosafarbenen Blüten aus denen scheinbar eine weiße Träne tritt.

Eine weitere Schönheit sind die Taglilien, die ebenfalls ab Mai blühen. Dem Blumenfreund stehen mehr als 1000 verschiedene farbenprächtige Züchtungen zur Auswahl. Neben den Taglilien beginnen auch die Bart- Iris ihre Blütezeit.

Je nach Witterungsverlauf ist oft stärkerer Befall bei den Rosen von Mehltau, Sternrußtau oder Rosenrost zu beobachten. Bei gut mit Nährstoffen versorgten Ro­sen und trockenen Jahren wesentlich geringer als in verregneten Sommern. Daher ist eine rechtzeitige, vorbeugende Spritzung mit Gesal- Rosenschutz, alles nach An­gaben des Herstellers, notwendig. Befallene Blätter sind nicht mehr zu retten.

Rasen oder Blumenwiese? Das kommt auf die Ansprüche an. Sind Kinder da, die natürlich spielen wollen, sollte es ein strapazierfähiger Rasen sein. Ein schöner grüner Rasen wirkt beruhigend auf das Auge und setzt Blumenbete elegant in Sze­ne. Vor allem brauchen ihn die Kinder zum Spielen und dazu muss er geeignet sein.

Ab Mitte April bis Mai und dann wieder ab September ist die günstigste Aus­saatzeit. Die Samen keimen zu dieser Zeit besser als im heißen Sommer, denn die Temperatur und der Niederschlag sind viel gleichmäßiger.

Für eine Neuanlage ist die Bodenvorbereitung ganz wesentlich. Je gründlicher und tiefer sie den Boden mit einer Fräse bearbeiten, desto feinkrümeliger wird er. Lehmige Böden werden durch Beigabe von Quarzsand durchlässiger. Sandige Bö­den erhalten durch Kompost oder lockeren Humus eine wasserhaltende Krümelstruk­tur. Der Boden sollte drei Wochen so bleiben, nur ein paar Mal mit dem Rechen um­arbeiten, damit das keimende Unkraut vernichtet wird.

Es wird so viel Erde beiseite gelegt, dass nach der Saat der Boden ca. 1cm hoch bedeckt werden kann. Dadurch trocknet der keimende Samen nicht so leicht aus. Dann wird die Fläche geebnet und mit einer Rasenwalze befestigt. Der Samen wird mit einem Streuwagen je zur Hälfte in Längs- und Querrichtung ausgebracht, mit der restlichen Erde bedeckt und noch einmal mit der Walze befestigt. Austrocknen darf der keimende Rasen nicht. Die erste Mahd erfolgt am besten mit einer Sense, ansonsten mit dem Rasenmäher mit scharfen Messern.

Knollenblüher für den Sommer wie Dahlien, Gladiolen, Canna sind jetzt zu pflanzen. Man sollte jedoch bei den Gladiolen und Canna laufend pflanzen, damit man auch laufend Blüten hat.



Balkon - und Zimmerpflanzen

Nun gilt es den Balkonschmuck wirkungsvoll und schön zu gestalten. Der Trend für die Farben ist schon jahrelang bunt und daran sollt man sich auch halten. Kleinere Flächen können jedoch auch einfärbig gestaltet werden. Planen sie auch die vielen, wunderschöne Neuheiten ein. Die schwarzen Surfinien, vielleicht noch wir­kungsvoller die gelb- schwarzen, mit den fünf blattähnlichen gelben Flächen auf schwarzem Grund. Schwarz wirkt natürlich nur auf hellem Hintergrund, wogegen die gelb- schwarzen Blüten, je nach Gelbanteil, auch auf dunkleren Flächen einen Kon­trast geben. Nicht zu vergessen ist die Blume des Jahres 2012, die Flamenko. Durch ihre kräftig rote Farbe hebt sie sich ganz besonders ab.

Die Farbe von Blüten und Blättern sowie deren Form sind wichtige Punkte bei der Gestaltung. Kräftige helle Farben wie rot oder gelb sind auch von weitem besser zu sehen als dunklere wie blau oder lila. Liegt das Haus etwas ab von der Strasse, so dass es nur aus einiger Entfernung gesehen wird, sollten also vorrangig kräftige Farben eingesetzt werden, wie z.B. die roten Flamenko und gelbe Margariten als ste­hende Pflanzen oder hängend farbenkräftige Surfinien und dazu die gelben Bidens. Liegt aber der Gehsteig nahe am Haus, so dass die Kistchen am Balkon oder Fens­ter aus nächster Nähe gesehen werden, können auch Blau- oder Lilablüher wie Män­nertreu, purpurfarbene Surfinien violette Verbenen, Tapien oder Fächerblumen ver­wendet werden.

Vor dunklem Hintergrund kommen helle Blüten- oder Blattfarben (z.B. gelb oder weiß) besser zur Geltung. Vor hellem Hintergrund wirken dunklere, kräftigere Farben (rot, rosa) besser. Also, vor einer dunklen Holzfassade oder einer dunklen Balkonbrüstung mindestens hin und wieder eine gelbe oder weiße Pflanze dazwi­schen setzen. Bei den Rottönen sollte man auf helle Töne achten. Vor weißen Haus­wänden eher kräftigere Rottöne wie bei der Flamenco wählen.

Eine wesentliche Rolle spielt das Pflanzsubstrat. Man sollte nur bestes, vorge­düngtes Substrat verwenden, müssen doch die Pflanzen bis zum ersten Frost darin reichlich blühen. Bei der Bepflanzung soll ein Gießrand von mindestens 2cm einge­halten werden und die Abzuglöcher werden mit Tonscherben bedeckt.

Kübelpflanzen sind umzutopfen und sollten vor der Übersiedelung ins Freie abgehärtet werden. Große Kübelpflanzen, z.B. ein prächtiger Oleander oder eine stattliche Palme werden vielfach einzeln als Solitärpflanzen aufgestellt. Auf einer zentrale Stelle, die vielleicht von außen und von innen gut zu sehen ist, wirken sie majestätisch. Hochwüchsige Arten belebt man zusätzlich, indem man sie mit klein bleibenden Blumen bepflanzt oder diese in einem Topf daneben aufstellt.

Für Zimmerpflanzen ist im Wohnbereich schon Hauptwachstumszeit. Damit sie sich gesund und widerstandsfähig gegen Schaderreger entwickeln, brauchen sie ausreichend Wasser, angemessene Düngung und vielleicht auch Schutz vor starker Mittagssonne.

Auch Zimmerpflanzen lieben einen sommerlichen Aufenthalt im Freien, damit sie sich von den langen Wintermonaten erfrischen und erholen können. Ausgenom­men sind nur die sehr zarten Tropengewächse. Ab Ende Mai kommen diese Pflan­zen in den Garten oder auf den Balkon, möglichst im Halbschatten. Für die Umquar­tierung wählt man einen trüben, aber milden Tag. Natürlich darf es draußen weder an Wasser noch an Nahrung fehlen. Am günstigsten ist es, die Pflanzen samt den Töp­fen in die Erde an schattiger Stelle zu versenken, weil dadurch die Einwinterung im Herbst wesentlich schonender für diese Pflanzen ist.

Euer Gartenfachberater                                   
Alois Obermayr
                                                                           http://www.siedlerverein.at/BO-Oesv/UES_Oe.htm